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Mein Elternteil bewegt sich „an den Wänden entlang“ und stolpert immer öfter.

Mein Elternteil bewegt sich „an den Wänden entlang“ und stolpert immer öfter.

Wenn ein Elternteil plötzlich unsicherer geht, sich an Möbeln oder Wänden festhält und immer häufiger stolpert, kann das im Alltag zunächst wie eine kleine Veränderung wirken. Doch gerade solche Veränderungen der Mobilität sollten aufmerksam beobachtet werden.

Denn ein unsicherer Gang kann das Risiko für Stürze erhöhen. Für Angehörige ist deshalb wichtig zu wissen, worauf sie achten sollten und wann Handlungsbedarf besteht.

Warum hält sich mein Elternteil beim Gehen fest?

Wenn ein Senior beim Gehen regelmäßig nach der Wand, einem Tisch oder einem anderen Möbelstück greift, kann dies darauf hindeuten, dass das Gleichgewicht oder die Sicherheit beim Gehen nachgelassen hat.

Dafür können unterschiedliche Gründe verantwortlich sein, zum Beispiel:

  • Sehprobleme, durch die Hindernisse schlechter erkannt werden,
  • Schwindel oder Kreislaufprobleme,
  • nachlassende Muskelkraft,
  • Veränderungen des Gleichgewichts oder der Koordination,
  • Beschwerden des Bewegungsapparates,
  • oder Nebenwirkungen bestimmter Medikamente.

Die genaue Ursache lässt sich anhand des Gangbildes allein nicht feststellen. Wichtig ist zunächst, eine Veränderung wahrzunehmen und ernst zu nehmen.

Welche Veränderungen sollten Angehörige beobachten?

Nicht nur ein Sturz ist ein Grund, aufmerksam zu werden. Auch kleinere Veränderungen können zeigen, dass sich die Mobilität des Seniors verändert.

Achten Sie darauf, ob Ihr Elternteil:

  • häufiger stolpert als früher,
  • kleinere oder unsicherere Schritte macht,
  • beim Aufstehen mehr Unterstützung benötigt,
  • sich beim Drehen oder Wenden unsicher fühlt,
  • beim Gehen immer häufiger Möbel oder Wände berührt,
  • langsamer geht oder bestimmte Wege vermeidet.

Besonders wichtig ist die Entwicklung über einen längeren Zeitraum. Tritt eine solche Veränderung immer häufiger auf, sollte sie nicht einfach als normale Alterserscheinung abgetan werden.

Was kann die Familie im Alltag tun?

Der erste Schritt ist eine genauere Beobachtung. Versuchen Sie festzustellen, wann die Unsicherheit besonders häufig auftritt.

Passiert sie morgens nach dem Aufstehen? Beim Gang ins Badezimmer? Beim Treppensteigen? Bei schlechtem Licht? Oder unabhängig von der Situation?

Auch die Wohnung sollte auf mögliche Stolperfallen überprüft werden.

Lose Teppiche, Kabel, herumliegende Gegenstände oder schlecht beleuchtete Wege können das Sturzrisiko zusätzlich erhöhen. Häufig benutzte Gegenstände sollten gut erreichbar sein, damit der Senior sich nicht unnötig strecken oder auf einen Stuhl steigen muss.

Wenn die Unsicherheit zunimmt oder neu auftritt, sollte die Familie außerdem mit dem behandelnden Arzt darüber sprechen. Die Ursache sollte medizinisch abgeklärt werden, anstatt die Veränderung ausschließlich dem Alter zuzuschreiben.

Sollte ein Senior sich deshalb weniger bewegen?

Unsicherheit beim Gehen kann dazu führen, dass Senioren aus Angst vor einem Sturz immer weniger laufen möchten. Eine vollständige Einschränkung der Bewegung ist jedoch nicht automatisch die beste Lösung.

Im Gegenteil: Regelmäßige, an die Möglichkeiten des Seniors angepasste Bewegung kann dabei helfen, Mobilität und Selbstständigkeit zu erhalten.

Wichtig ist, dass die Bewegung sicher erfolgt. Bei deutlicher Gangunsicherheit kann gemeinsam mit medizinischen oder therapeutischen Fachkräften geklärt werden, welche Form der Bewegung geeignet ist und ob beispielsweise eine Gehhilfe sinnvoll sein könnte.

Wann sollte man besonders schnell reagieren?

Eine langsam zunehmende Gangunsicherheit sollte ärztlich angesprochen werden. Bei plötzlich auftretenden Veränderungen ist besondere Vorsicht geboten.

Wenn plötzlich zusätzlich Symptome wie Lähmungen, Taubheitsgefühle, Sprach- oder Sehstörungen, ein herabhängender Mundwinkel oder starker Schwindel auftreten, kann dies auf einen Schlaganfall hindeuten. In einer solchen Situation ist sofort medizinische Hilfe erforderlich.

Auch nach einem Sturz sollte beobachtet werden, ob Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder andere Beschwerden auftreten.

Welche Rolle spielt die Betreuungskraft?

Eine Betreuungskraft kann im Alltag eine wichtige Unterstützung bei der Beobachtung der Mobilität leisten.

Sie verbringt viel Zeit mit dem Senior und kann dadurch Veränderungen bemerken, die Angehörigen möglicherweise erst später auffallen. Stolpert der Senior häufiger? Steht er unsicherer auf? Hält er sich plötzlich öfter an Möbeln fest? Verändert sich sein Gang?

Die Betreuungskraft stellt dabei keine Diagnose. Ihre Aufgabe ist es, aufmerksam zu beobachten und relevante Veränderungen weiterzugeben.

Gerade deshalb ist die tägliche Beobachtung so wertvoll. Nicht jede Veränderung passiert plötzlich – manchmal entwickelt sie sich Schritt für Schritt.

Fazit

Wenn ein Elternteil zunehmend „an den Wänden entlang“ geht oder sich beim Gehen immer häufiger festhält, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Situation.

Häufigeres Stolpern, unsicheres Aufstehen, kleinere Schritte oder ein verändertes Gangbild können wichtige Hinweise darauf sein, dass sich die Mobilität verändert hat.

Angehörige können die Umgebung sicherer gestalten, Veränderungen beobachten und bei zunehmender Unsicherheit ärztlichen Rat einholen.

Auch eine Betreuungskraft kann dabei unterstützen, Veränderungen im Alltag frühzeitig wahrzunehmen und weiterzugeben.

Denn bei der Mobilität gilt: Je früher Veränderungen bemerkt werden, desto besser kann man darauf reagieren und den Alltag des Seniors sicherer gestalten.